Kunst um der Kunst Willen

Der Satz “Kunst um der Kunst willen” (französisch l’art pour l’art) ist ein Slogan, der im 19. Er steht für die Philosophie, dass wahre Kunst völlig unabhängig von sozialen Werten oder Nützlichkeit ist. Das bedeutet, dass die Kunst keinen didaktischen, moralischen oder politischen Zweck verfolgen sollte. Stattdessen sollte sie als in sich abgeschlossen oder autotelisch betrachtet werden. Dieses Konzept wird manchmal kommerziell genutzt, wobei Metro-Goldwyn-Mayer eine lateinische Version des Satzes, ars gratia artis, zu seinem Motto machte und ihn in seinem ikonischen Filmlogo aufführte. Dieser Slogan unterstreicht die Idee, dass die Kunst um ihrer selbst willen geschätzt werden sollte, ohne an irgendwelche äußeren Faktoren gebunden zu sein.

Geschichte 

Das Konzept der “Kunst um der Kunst willen” entstand in den Kreisen der Pariser Intellektuellen des 19. Jahrhunderts, wobei es Théophile Gautier zu verdanken ist, dass seine metaphysische Bedeutung vollständig zum Ausdruck gebracht wurde. Diese Idee, die sich gegen die Vorstellung wendet, dass die Kunst einem moralischen oder didaktischen Zweck dienen sollte, wurde in der Bohème als Rebellion gegen diejenigen populär, die versuchten, die Kunst zu politisieren. Sie bekräftigte, dass Kunst einen Eigenwert habe und moralisch neutral oder sogar subversiv sein könne. Der Slogan wurde mit Walter Pater und seinen Anhängern der ästhetischen Bewegung in Verbindung gebracht, die sich gegen den viktorianischen Moralismus auflehnten. In englischer Sprache tauchte er erstmals 1868 in Werken von Pater und Algernon Charles Swinburne auf. Der Begriff war jedoch bereits 1839 von William Makepeace Thackeray privat verwendet worden. Das Konzept der “Kunst um der Kunst willen” beeinflusste Arnold Bennett und fand in Deutschland durch den Dichter Stefan George Resonanz, der es für sein eigenes literarisches Programm übernahm. Inspiriert von Charles Baudelaire und den französischen Symbolisten, stellte George diese Idee 1892 in seiner Literaturzeitschrift “Blätter für die Kunst” vor. Insgesamt zelebriert das Konzept der “Kunst um der Kunst willen” die Autonomie der Kunst und ihre Fähigkeit, unabhängig von äußeren Einflüssen oder moralischen Verpflichtungen zu existieren.


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