Hinterlasse keine Spuren

Leave No Trace (LNT) ist eine Reihe von ethischen Regeln zum Schutz der Natur und zur Minimierung der Auswirkungen von Freizeitaktivitäten in der Wildnis. Es entstand Mitte des 20. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten als Reaktion auf die durch Outdoor-Aktivitäten verursachten ökologischen Schäden. Im Jahr 1994 wurde die gemeinnützige Organisation Leave No Trace Center for Outdoor Ethics gegründet, um die Menschen über LNT aufzuklären und den Rahmen dafür zu entwickeln. LNT basiert auf sieben Grundsätzen: vorausschauende Planung und Vorbereitung, Reisen und Zelten auf dauerhaftem Untergrund, ordnungsgemäße Abfallentsorgung, Zurücklassen von Fundstücken, Minimierung der Auswirkungen von Lagerfeuern, Respekt vor der Tierwelt und Rücksichtnahme auf andere Besucher. Mit diesen Grundsätzen soll sichergestellt werden, dass die Wildnis von der menschlichen Präsenz unberührt bleibt.

Geschichte 

In den 1960er und 1970er Jahren erlebte die Freizeitgestaltung in der freien Natur dank der Entwicklung von Kunststoffzelten und -schlafunterlagen einen starken Aufschwung. Dieses wachsende Interesse führte zu einem erheblichen Anstieg der Besucherzahlen in den Nationalparks, die zwischen 1950 und 1970 von 33 Millionen auf 172 Millionen anstiegen. Dieser Zustrom von Menschen führte jedoch zu Bedenken wegen Überbevölkerung und ökologischer Schäden, so dass Vorschriften wie die Beschränkung der Gruppengröße und die Begrenzung der Campinggebiete eingeführt wurden. Während diese Maßnahmen darauf abzielten, die Wildnis zu erhalten, waren einige Menschen der Meinung, dass sie den Spaß und die Spontaneität von Aktivitäten in der Natur beeinträchtigten.

Als Reaktion auf diese Probleme verlagerte sich der Schwerpunkt auf die Aufklärung: Der National Park Service, der United States Forest Service und das Bureau of Land Management bildeten Wildnis-Informationsspezialisten aus, die die Besucher über das Camping mit minimaler Beeinträchtigung aufklären sollten. Dieser pädagogische Ansatz wurde 1987 von der Entwicklung einer Broschüre mit dem Titel “Leave No Trace Land Ethics” begleitet, die verantwortungsvolle Praktiken im Freien fördern sollte.

Gleichzeitig fand ein kultureller Wandel hin zu minimalen Umweltauswirkungen in der Outdoor-Ethik statt. Organisationen wie der Sierra Club, die National Outdoor Leadership School und die Boy Scouts of America setzten sich für umweltschonende Campingmethoden ein. Auch Unternehmen wie REI und The North Face schlossen sich dieser Bewegung an.

Im Jahr 1990 rief der US Forest Service gemeinsam mit der National Outdoor Leadership School das nationale Bildungsprogramm “Leave No Trace” ins Leben, das einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur propagierte. Diesem Programm schlossen sich später auch andere Behörden wie das Bureau of Land Management, der National Park Service und der US Fish and Wildlife Service an.

Ursprünglich gab es zahlreiche Leave No Trace-Prinzipien, die jedoch bis 1999 auf sieben reduziert wurden. Diese Grundsätze sind seither unverändert geblieben.

Insgesamt hat sich die Freizeitgestaltung in der Natur von einem Schwerpunkt auf Bequemlichkeit und Vergnügen zu einem Schwerpunkt auf verantwortungsvolle und nachhaltige Praktiken entwickelt. Die Entwicklung von Bildungsprogrammen und Partnerschaften zwischen verschiedenen Behörden und Organisationen hat eine entscheidende Rolle bei der Förderung dieser Grundsätze und der Bewahrung der Schönheit von Wildnisgebieten gespielt.


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