Lose Lippen versenken Schiffe

“Loose Lips Sink Ships” ist eine amerikanische englische Redewendung, die als Warnung vor unvorsichtigem Gerede dient. Diese Redewendung stammt von Propagandapostern während des Zweiten Weltkriegs, die vom War Advertising Council erstellt und auf Plakaten des United States Office of War Information verwendet wurden. Der Ausdruck betont, wie wichtig es ist, sensible Informationen vertraulich zu behandeln, da das Durchsickern solcher Details zu nachteiligen Folgen führen könnte. Er dient als Mahnung an den Einzelnen, mit dem, was er sagt, vorsichtig zu sein, insbesondere in Kriegs- oder Konfliktzeiten. Indem sie das Bewusstsein für die Bedeutung der Geheimhaltung schärft, zielt diese Redewendung darauf ab, die nationale Sicherheit zu schützen und möglichen Schaden durch unbedachte Weitergabe von Informationen zu verhindern.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde eine allgemeine Kampagne gestartet, um Soldaten und Bürger vor den Gefahren unbedachter Äußerungen zu warnen, die die Kriegsanstrengungen untergraben könnten. Einer der einprägsamsten Slogans dieser Kampagne war “Loose Lips Sink Ships” (Lose Lippen versenken Schiffe), der bis ins 20. Jahrhundert und darüber hinaus Teil des amerikanischen Volksmundes blieb. Der Slogan diente als Mahnung, unvorsichtiges Reden im Allgemeinen zu vermeiden, und forderte die Menschen auf, auf die Informationen zu achten, die sie weitergaben. Diese mahnende Botschaft war nicht nur in den Vereinigten Staaten zu hören, auch andere Länder führten ähnliche Kampagnen durch. In Großbritannien wurden der Slogan “Careless Talk Costs Lives” und Variationen von “Keep mum” verwendet, während das neutrale Schweden mit dem Wortspiel “En svensk tiger” (“Ein schwedischer Tiger” oder “Ein Schwede ist schweigsam”) zum Schweigen aufrief. In Deutschland wurde die Phrase “Schäm dich, Schwätzer!” verwendet, um von losem Gerede abzuraten. Diese Kampagnen zielten darauf ab, die Bedeutung der Diskretion zu betonen und das Bewusstsein für die möglichen Folgen der Preisgabe sensibler Informationen zu schärfen. Die anhaltende Popularität des Slogans “Loose Lips Sink Ships” (Lose Lippen versenken Schiffe) zeigt, dass er bei den Menschen gut ankommt und ihnen ein Verantwortungsgefühl für den Austausch von Informationen vermittelt.

Während des Zweiten Weltkriegs nutzte die Regierung der Vereinigten Staaten Propagandaplakate nicht nur, um die Menschen einzuschüchtern, sondern auch, um die Verbreitung von Gerüchten oder Wahrheiten zu verhindern, die der Moral schaden oder zu Spannungen zwischen verschiedenen Gruppen von Amerikanern führen könnten. Das Federal Bureau of Investigation (FBI), das für den Umgang mit feindlichen Spionen zuständig war, hatte im Juni 1941 wichtige Agenten verhaftet und damit sichergestellt, dass kein größeres deutsches Spionagenetz in der amerikanischen Gesellschaft verborgen blieb. Dieser Erfolg führte zu der Annahme, dass die deutsche Spionage in den Vereinigten Staaten praktisch ausgerottet war. Der Historiker Joseph E. Persico beschrieb diesen Erfolg so, dass die deutsche Spionage über Nacht zum Stillstand gekommen war.

Laut der Historikerin D’Ann Campbell dienten Plakate, Propaganda und die Zensur von Soldatenbriefen zu Kriegszeiten einem anderen Zweck als der Vereitelung von Spionen. Ihr Hauptziel bestand vielmehr darin, die Verbreitung von Gerüchten zu verhindern, die zu Entmutigung, Frustration und Streiks führen und letztlich die militärische Produktion behindern konnten. Diese Maßnahmen dienten der Aufrechterhaltung einer positiven Moral und der Konzentration der Soldaten auf ihre Aufgaben. Durch die Kontrolle des Informationsflusses wollte das Militär sicherstellen, dass mögliche negative Stimmungen oder Zweifel unterdrückt wurden. Ziel war es, eine geschlossene Front aufrechtzuerhalten und Störungen der Produktion und Effizienz der Streitkräfte in Kriegszeiten zu vermeiden.


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