Denken Sie an das Gas – Kaufen Sie keine russischen Waren!

Denken Sie an das Gas – Kaufen Sie keine russischen Waren!

“Denkt an das Gas – kauft keine russischen Waren!” war eine gewaltfreie soziale Widerstandsbewegung, die in der Ukraine als Reaktion auf den politischen Druck Russlands während der Gaskonflikte von 2005-2006 entstanden ist. Die Kampagne begann mit der Verteilung von Flugblättern in Kropyvnytskyi und gewann an Schwung, als sich andere Organisationen der Sache anschlossen. Die Bewegung protestierte aktiv während der Gaskonflikte zwischen der Ukraine und Russland in den Jahren 2005-2006 und 2008-2009. Ihr Hauptziel war es, russische Waren zu boykottieren und die Ukrainer aufzufordern, den Gaskonflikt und seine geopolitischen Auswirkungen zu berücksichtigen, bevor sie Kaufentscheidungen treffen.

Ablauf 

Im Dezember 2005, auf dem Höhepunkt des Gaskonflikts zwischen Russland und der Ukraine, verteilten Aktivisten in Kropyvnytskyy Flugblätter, in denen sie die Menschen zum Boykott russischer Waren aufforderten. Auf den Flugblättern standen die Worte “Remember the gas” und das Bild einer Gaspipeline. Die Nachricht über diese Aktion wurde zuerst von der Online-Zeitung “Ves’ Kirovohrad” veröffentlicht und später von mehreren anderen Publikationen aufgegriffen. Die Nachricht erschien auch auf der Website “Maidan” von Aktivisten des Bündnisses “Maidan”.

Am 23. Dezember wurden auf der “Maidan”-Website Nachrichten veröffentlicht, in denen zu weiteren Aktionen wie dem Druck und der Verteilung weiterer Flugblätter und Aufkleber sowie dem Versand von Nachrichten und E-Mails mit Aufrufen zum Boykott russischer Waren aufgerufen wurde. Aktivisten berichteten, dass ukrainische und später auch russische Nachrichtenseiten am 24. Dezember begannen, über diese Nachrichten zu berichten, was zu einem Anstieg der Popularität der Kampagne führte.

Die Kampagne war eine Reaktion auf den anhaltenden Gaskonflikt zwischen Russland und der Ukraine. Die Aktivisten wollten die Menschen dazu bewegen, die Ukraine zu unterstützen, indem sie keine russischen Waren kauften. Durch das Verteilen von Flugblättern und die Verbreitung der Botschaft im Internet hofften sie, das Bewusstsein zu schärfen und Unterstützung für ihre Sache zu gewinnen.

Insgesamt ist diese Kampagne ein Beispiel für den Aktivismus an der Basis und die Macht der sozialen Medien bei der Mobilisierung von Menschen für eine gemeinsame Sache. Sie unterstreicht die Bedeutung von Verbraucherentscheidungen in geopolitischen Konflikten und zeigt, wie Einzelpersonen durch kollektives Handeln etwas bewirken können.

Am 4. Januar 2006 haben die soziale Bewegung “Reine Ukraine [Großbritannien]” und die Partei Volksunion “Unsere Ukraine” eine landesweite Initiative mit dem Titel “Erpressung – nein! Unabhängigkeit – ja!”. Ziel dieser Initiative war es, das Bewusstsein für die Bedeutung der Unabhängigkeit zu schärfen und vom Kauf russischer Waren abzuschrecken. Die Bewegung gewann an Schwung, als die Aktivisten ihre erste Veranstaltung in der Chreschatyk-Straße in Kiew abhielten und die Menschen aufforderten, keine russischen Produkte zu kaufen. Der Boykott wurde auch von der Sängerin Maria Burmaka unterstützt. Auch die “Ukrainische Nationalversammlung” rief in dieser Zeit zum Boykott russischer Waren auf. Insgesamt sollte diese landesweite Kampagne die Unabhängigkeit der Ukraine fördern und die Abhängigkeit von russischen Importen verringern.

Im Januar 2009 stellte die Russische Föderation die Erdgaslieferungen an die Ukraine ein, was zu einem Konflikt zwischen den beiden Ländern führte. Daraufhin initiierten ukrainische Aktivisten des Bündnisses “Maidan” einen Boykott russischer Waren, der sich an einer ähnlichen Kampagne in den Jahren 2005-2006 orientierte. Das Vorgehen der russischen Behörden wurde als Erpressung empfunden und veranlasste die ukrainischen Bürger, gegen ihren aggressiven Nachbarn vorzugehen. Der Aufruf zum Boykott russischer Waren fand in den sozialen Medien großen Anklang und wurde durch Proteste in Kiew und Lemberg weiter unterstützt.

Reaktionen 

Der Text befasst sich mit dem Boykott russischer Waren in der Ukraine, der 2005 begann und bis 2006 andauerte. Auslöser für die Kampagne waren die Besorgnis über den ethnischen Konflikt und der Wunsch nach einer engeren Integration mit Russland. Der ehemalige Rada-Vorsitzende Volodymyr Lytvyn äußerte seine Bedenken gegen die Verbreitung einer Textnachricht, die zum Boykott aufrief, da er befürchtete, dass dies den Konflikt verschärfen würde. Wissenschaftler des Instituts für Staat und Recht der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine stellten fest, dass diese Kampagne zu einer verstärkten Agitation der Partei der Regionen und Viktor Janukowitschs während der Parlamentswahlen 2006 führte, die für die Einführung von Russisch als Zweitsprache in der Ukraine und eine engere Integration mit Russland in den gemeinsamen Wirtschaftsraum eintraten. Der Boykott gewann an Schwung, als Aktivisten Flugblätter in Kropyvnytskyy verteilten und mehrere Lebensmittelgeschäfte dazu veranlassten, keine russische Schokolade und kein russisches Bier mehr zu bestellen. Das spirituelle Direktorat der Buddhisten der Ukraine, “Ninhma in der Ukraine”, unterstützte den Boykott ebenfalls und rief auf seiner Website mit einem Banner dazu auf, keine russischen Waren zu kaufen. Insgesamt zielte diese Kampagne sowohl auf politische als auch auf kulturelle Belange ab und hatte Auswirkungen auf das Verbraucherverhalten in der Ukraine.

Schätzungen 

Im Februar 2006 stellte der Historiker Jaroslaw Swatko fest, dass die russische Regierung von einer Kampagne überrascht wurde, die unvorhergesehene Auswirkungen hatte. Diese Kampagne, in deren Mittelpunkt die Idee stand, die ukrainischen Interessen von denen Russlands zu trennen, verbreitete sich schnell und dezentral in der Gesellschaft. Der unerwartete Charakter dieser Bewegung führte zu Konsequenzen, die von der russischen Regierung nicht vorhergesehen wurden.

Die Kampagne, die ursprünglich den Namen “Denkt an das Gas – kauft keine russischen Waren” trug, wurde durch Flugblätter bekannt, die von Unbekannten in Kropyvnytskyj verteilt wurden. Später wurde sie von den Aktivisten des Bündnisses “Maidan” übernommen und über verschiedene Medienkanäle weit verbreitet. Die Phrase wurde auch häufig ohne Ausrufezeichen verwendet. Im Jahr 2009 wurde eine neue Variante des Slogans, “Denkt an das Benzin! Kauft keine russischen Waren!” wurde eingeführt und neben anderen abgeleiteten Formen verwendet.

Nachfolger 

Im August 2013 sah sich die Ukraine mit einer Handelsblockade Russlands konfrontiert, woraufhin eine öffentliche Kampagne mit dem Titel “Kauft keine russischen Waren!” ins Leben gerufen wurde. Diese Kampagne fand in der gesamten Ukraine große Aufmerksamkeit und Unterstützung. Sie zielte darauf ab, den Kauf russischer Produkte als eine Form des Protests gegen die russische Exportblockade zu verhindern. Darüber hinaus wurde eine weitere Kampagne mit dem Titel “Boykottiert russische Filme” ins Leben gerufen, die die Stimmung gegen den russischen Einfluss in der Ukraine weiter verstärkte.

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