Challenger-Marken werden oft mit kleinen Start-ups in Verbindung gebracht, die agil und kompromisslos sind. Doch die Größe ist nicht entscheidend für das Challenger-Dasein. Entscheidend ist die Denkweise und der Wunsch, den Status quo zu hinterfragen. Challenger-Marken zeichnen sich dadurch aus, dass sie mutig gegen Missstände vorgehen und ihre unfair erlangten Vorteile maximal nutzen. Diese Denkweise ermöglicht es Unternehmen, ihre Erwartungen zu übertreffen und das Geschäftsmodell selbst zu beeinflussen.
Ein Beispiel dafür ist Airbnb. Mit 5,6 Millionen Unterkünften in 100.000 Städten und 110 Milliarden US-Dollar Umsatz für Gastgeber hat das Unternehmen die Hotelbranche revolutioniert. Netflix und LEGO sind ähnliche Beispiele. Sie haben ihre Branchen durch innovative Ansätze neu definiert.
Der Erfolg dieser Unternehmen beruht auf ihrer Denkweise – dem Willen, Normen und Erwartungen herauszufordern. In einer Zeit, in der 93% der Mitarbeiter glauben, dass Unternehmen einen Zweck verfolgen sollten, und 88% der Meinung sind, dass Unternehmen nicht nur Geld verdienen sollten, sondern auch einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft haben müssen, war das Challenger-Dasein noch nie so wichtig.
Diese Denkweise sollte intern beginnen. Wie kann man Nachhaltigkeit mit Kunden diskutieren, wenn interne Abläufe nicht überprüft und optimiert werden? Wie kann man gegen Vorurteile kämpfen, wenn man nicht für Inklusion eintritt und schwierige Fragen im eigenen Team stellt? Wie kann man Wettbewerber herausfordern, wenn man sich nicht selbst herausfordert?
Um Mitarbeiter dazu zu ermutigen, challenger zu denken, schlage ich vor, Teams zu zwingen, eine andere Sichtweise einzunehmen. Dies kann durch interne Debatten, War Games-Veranstaltungen, regelmäßige Innovationen oder Hackathons erreicht werden. Wenn Mitarbeiter gezwungen werden, eine andere Sichtweise einzunehmen und diese leidenschaftlich zu verteidigen, können sie die Schwachstellen der Marke erkennen und besser verteidigen.
Die Lebensdauer von Unternehmen im S&P 500 hat sich drastisch verringert – von 90 Jahren im Jahr 1935 auf nur noch 14 Jahre im Jahr 2010. Dies sollte als Warnung dienen: Unternehmen müssen wie Challenger denken. Denken Sie an die Marken, die wir verloren haben und von denen wir dachten, dass sie für immer bleiben würden. Überprüfen Sie Ihre eigenen Annahmen und stellen Sie sicher, dass Ihr Unternehmen bereit ist für die Zukunft.
