Ian Schrager, bekannter Hotelier und Mitbegründer von Studio 54, hat sich dazu entschlossen, Luxushotels zu schaffen, die auf Dienstleistungen und Annehmlichkeiten verzichten. Seine Vision ist es, luxuriöse Erlebnisse zu bieten, die nicht von einer Vielzahl von Mitarbeitern abhängig sind. Diesen Ansatz bezeichnet er als “Economy Luxury”. Für ihn bedeutet Luxus heute vor allem Freiheit – Freiheit von Stress und Zeiteinschränkungen, um sich den Dingen widmen zu können, die einem wichtig sind.
Auch Swatch Group, der Uhrenhersteller, hat erkannt, dass sich die Vorstellung von Luxus verändert. Um das Interesse an der erschwinglichen Marke Swatch zu steigern, wurde in Zusammenarbeit mit der Schwesterfirma Omega die MoonSwatch entwickelt. Diese wurde als “Budget Luxury” bezeichnet und bietet den Kunden Heritage, Status und Exklusivität zu einem erschwinglichen Preis.
Die Einführung der Omega x Swatch Speedmaster im März 2022 war ein großer Erfolg. Das Design der MoonSwatch erinnert an die legendäre Speedmaster, die von US-Astronauten getragen wurde. Die Begeisterung für die MoonSwatch war so groß, dass Menschenmassen vor den Swatch-Geschäften auf der ganzen Welt Schlange standen. Aufgrund des außergewöhnlichen Erfolgs wurde sogar eine limitierte Edition namens “Mission to Neptune” herausgebracht.
Nun hat Swatch Group nach dem Erfolg der MoonSwatch die Blancpain x Swatch Scuba Fifty Fathoms Collection mit fünf Uhrenmodellen auf den Markt gebracht. Jede Uhr der Kollektion spiegelt die Atmosphäre eines der fünf Weltmeere wider. Die Preise beginnen bei 400 US-Dollar.
Der Ansatz von Blancpain x Swatch ähnelt der Idee von Ian Schrager: erschwinglicher Luxus für Eingeweihte. Der Trend zu bezahlbarem Luxus nimmt zu. Menschen möchten luxuriöse Produkte zu erschwinglichen Preisen erwerben. Dieser Trend zeigt sich auch in Kooperationen wie H&M mit Karl Lagerfeld oder Barney’s mit Forever 21.
Auch andere Branchen nutzen den Trend zum erschwinglichen Luxus. So hat das Schuhunternehmen Skechers eine Kollektion in Zusammenarbeit mit Snoop Dogg herausgebracht und Missoni hat Kleidungsstücke in Kooperation mit Target angeboten.
Dieser Trend ist nicht neu. Bereits in den 1960er Jahren bot Howard Johnson’s Restaurants gehobene Gerichte an und kleidete seine Kellnerinnen in Dior-Uniformen. Damit schuf das Unternehmen eine Mischung aus preisgünstigem und glamourösem Angebot.
Insgesamt lässt sich sagen, dass immer mehr Menschen nach erschwinglichem Luxus suchen und Marken diesem Bedürfnis entgegenkommen, indem sie hochwertige Produkte zu erschwinglichen Preisen anbieten.
